Aussenwärmedämmung lohnt sich

Aussenwärmedämmung Studie ETH

Wärmeschutz über das gesetzliche Minimum hinaus rentiere nicht – eine Meinung, die weit verbreitet, aber falsch ist.

Über ein Drittel des schweizerischen Energiebedarfs wird in Gebäuden verheizt! Langfristig liesse sich der Brennstoffbedarf aller Wohngebäude um 50 bis 70 Prozent reduzieren – vorausgesetzt, dass weiter gehende Wärmeschutzmassnahmen getroffen werden als heute vorgeschrieben. Vor einer Dämmung schrecken aber viele Bauherrschaften zurück, weil sie nach weit verbreiteter Meinung nicht wirtschaftlich ist. 

Das Centre for Energy Policy an Economics (CEPE) der ETH Zürich hat im Auftrag des Bundesamtes für Energie (BFE) in verschiedenen Studien untersucht, ob dem wirklich so ist. “Dämmen ist lohnender, als man denkt”, bringt das CEPE die Ergebnisse auf den Punkt. “Geht man von einer moderaten Energiepreissteigerung aus, rentieren sich bei Neubauten und Erneuerungen Dämmstärken vom 16 cm bis 20 cm allein auf Grund der eingesparten Energiekosten.” Der angenommenen Brennstoffpreis: durchschnittlich 70 Franken für 100 Liter Heizöl während der Lebensdauer der Dämmung von 40 Jahren. Bei heutigen Heizölpreisen zwischen 50 und 60 Franken pro 100 Liter und einer wahrscheinlichen CO2-Abgabe von 8 Franken pro 100 Liter ist man gar nicht mehr so weit von diesen Annahmen entfernt. Abgesehen von den Einsparungen bei den Energiekosten bringt ein weiter gehender Wärmeschutz indirekten Nutzen wie mehr Wohnkomfort, weniger Bauschäden oder eine bessere Werterhaltung der Liegenschaft. 

Wärmeschutzmassnahmen bei Gebäuden sind also wirtschaftlicher als gemeinhin angenommen. Trotzdem investiert erst eine Minderheit in eine gute Wärmedämmung. Viele Bauherren und Gebäudebesitzer erachten Wärmeschutzmassnahmen als nicht notwendig, oder sie sind über die Möglichkeiten zuwenig informiert.